Neuanfang in Little Falls

Leseprobe

Cole

Achtzehn Jahre später

„Einmal Rührei mit Speck, zwei Pancakes mit Heidelbeeren und Kaffee.“

Cole servierte die vollbeladenen Teller wie immer mit einem knappen Lächeln auf den Lippen und wandte sich nach einem kurzen „Lasst es euch schmecken“ wieder zum Gehen.

„Danke, Cole, das werden wir“, antwortete die Frau mit bereits vollen Backen und hob kurz den Arm, wobei die schlaffe Haut an ihrem Oberarm munter wackelte. Cole nickte Martha und deren Ehemann Eugene zu und verschwand eilig hinterm Tresen. Sicher war sicher, denn die Bürgermeisterin von Little Falls konnte sehr aufdringlich sein. Einmal in ein Gespräch verwickelt, war es schon zu spät – die Gute redete über nichts lieber als sich selbst.

Am Tisch daneben schien es genau andersherum zu sein. Wie jeden Samstagmorgen hatten sich die Golden Girls von Little Falls zum gemeinsamen Frühstück versammelt, um den neuesten Dorftratsch auszutauschen. Cole schüttelte über die eingeschworene Truppe schmunzelnd den Kopf. Wie praktisch, dass die Damen allesamt direkt an der Quelle saßen. Wo sonst konnte man mehr erfahren als in einer Bäckerei, einem Bed & Breakfast oder einem Buchladen? Er selbst hielt sich aus derlei Tratsch heraus. Dennoch kam es vor, dass er den ein oder anderen Satz aufschnappte, da manche Gäste – insbesondere die älteren Damen – mit der Mäßigung ihrer Stimmen so ihre Probleme hatten.

Das dumpfe Stimmengewirr, das Geklapper von Geschirr und die leise Musik im Hintergrund wirkten beruhigend auf ihn, weswegen er sich für einen kurzen Moment eine Pause gönnte und sich zufrieden umschaute. Dabei stützte er sich lässig mit einer Hand auf der Theke vor ihm ab. Die Einrichtung stammte noch aus der Zeit, als sein Grandpa – der mittlerweile im Ruhestand war – den Diner in den Siebzigern eröffnet hatte. Dazu gehörten die verchromten Tische samt passenden Stühlen und eine holzverkleidete Bar mit vier Hockern. Hier und da hatte Cole ein Regal oder eine Ablage erneuert, aber es war ihm wichtig gewesen, den ursprünglichen Charme des Diners zu erhalten.

Sein Blick wanderte zum großen Sprossenfenster, das von einer halbhohen Bistrogardine geziert wurde, nach draußen. Ein strahlendes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er den grauhaarigen Mann mit Schnauzbart entdeckte, der geradewegs auf ihn zukam. Automatisch sah er auf die Uhr. Ja, sein Grandpa war pünktlich wie ein Uhrwerk. Kurz darauf schwang die hellblaue Holztür auf und Larry trat gut gelaunt ein. Der ältere Herr steckte in einer groben Strickjacke und derben Stiefeln, unter seinem Arm klemmte ein klappbares Schachbrett aus Mahagoniholz. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde nahm er am Tresen Platz.

„Hallo, Grandpa! Dein Essen ist gleich so weit.“

„Guten Morgen, Cole! Das Wetter ist herrlich, nicht? Perfekt für eine morgendliche Runde Schach unterm Pavillon.“ Behutsam legte Larry die kunstvoll verzierte Holzkiste auf dem Tresen ab und schnappte sich die Speisekarte.

Verwirrt sah Cole seinen Grandpa an. „Kein Sandwich heute?“ Er wunderte sich, dass Larry überhaupt einen Blick in die Karte warf, schließlich aß er immer dasselbe – außer mittwochs, am Pancake-Tag.

Sein Grandpa schaute zerknirscht auf. „Ganz ehrlich? Mir kommt das Truthahn-Sandwich zu den Ohren raus. Ich dachte, du würdest hier mal frischen Wind reinbringen, mein Junge.“

In diesem Moment wurde Larrys Sandwich von der Küchenhilfe durch die Durchreiche geschoben. Der knusprige Speck, der noch immer brutzelte, verströmte einen herzhaften Duft, der Cole das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Er schnappte sich den Teller und stellte ihn vor seinem Grandpa auf dem Tresen ab. „Warum etwas ändern, wenn das Alte funktioniert? Wir haben Stammgäste, die genau deshalb kommen.“

Larry drehte sich kurz zu den Golden Girls um und flüsterte in verschwörerischem Ton: „Die Karte ist so altbacken wie unsere Damen.“ Dennoch griff er hungrig nach dem Sandwich. „Ich hab mich auf Reisen inspirieren lassen oder bei der Konkurrenz geschaut. Heutzutage sollte es Dank des Internets einfacher sein.“

„Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts geändert habe. Den French Toast gibt es mittlerweile sogar mit Erdbeeren“, erwiderte Cole lässig, während er einen Becher mit Kaffee füllte und ihn seinem Grandpa reichte. Kopfschüttelnd wandte sich Larry wieder seinem Sandwich zu, erwiderte darauf aber nichts.

Erleichtert, dass sein Grandpa endlich Ruhe gab, überprüfte Cole, ob die übliche Morgenrunde versorgt war, und gönnte sich dann ebenfalls einen großen Schluck von seinem Kaffee, den er sich bereits vor dem großen Ansturm eingegossen hatte.

„Foodporn! Das war’s“, stieß Larry lauthals aus und schlug mit der flachen Hand auf den Tresen. „Letztens kam was im Fernsehen darüber – da läuft einem das Wasser im Mund zusammen!“

Cole prustete los, dabei schwabbte der lauwarme Kaffee über den Becherrand und ein großer brauner Fleck breitete sich auf seinem T-Shirt aus. So ein Mist. „Na vielen Dank! Musst du mich so erschrecken, Grandpa?“ Doch sein amüsiertes Grinsen strafte die Rüge Lügen.

Wie ein begossener Pudel sah Larry zu seinem Enkelsohn auf. „Oje.“

„Kein Problem“, winkte Cole lapidar ab. „Wozu hab ich kartonweise T-Shirts für den Diner bestellt – übrigens noch eine weitere Neuerung.“ Mit einem Augenzwinkern drehte er sich um, öffnete den Karton, der hinter ihm im Regal stand, und fischte ein frisches Exemplar heraus. Als er sich wieder umdrehte, hatten sich die Golden Girls und die Bürgermeisterin hinter seinem Grandpa versammelt.

„So kann man sich das Waschen sparen“, bemerkte Martha mit einem amüsierten Lachen.

„Dann zieh dich mal schnell um und weich es ein, sonst bleiben Flecken!“, flötete Josephine. Die Buchhändlerin ließ ihn keine Sekunde aus den Augen. „Keine Sorge, wir schauen dir schon nichts ab.“

Den erwartungsvollen Augenpaaren nach zu urteilen, hegte Cole daran Zweifel. Aus Mangel an Alternativen zog er das feuchte Shirt dennoch und trotz Unwohlseins eilig über den Kopf, schlüpfte in das neue und brachte die Damen so für einen Sekundenbruchteil in den Genuss seines durchtrainierten Oberkörpers.

„Wie schön das Logo zur Geltung kommt“, schwärmte Dorothy aus dem B & B, während sie auf Coles definierten Brustkorb starrte. „Du solltest die Shirts zum Verkauf anbieten und Tassen drucken lassen!“

Cole sah die Dame, die vom Alter her seine Großmutter sein könnte, skeptisch an.

„Eine tolle Idee, Dorothy. Das wär auch was fürs Stadtfest!“ Martha hob in ausladender Geste die Hand, als sähe sie die Vision schon vor sich. „Cole’s Diner – die besten Burger in Little Falls.“

Cole und Larry wechselten einen amüsierten Blick. Tatsächlich gab es bei Cole nicht nur die besten Burger der Stadt, sondern die einzigen.

„Ich weiß nicht, wer sollte Geld für ein T-Shirt meines Diners ausgeben?“, gab Cole zu bedenken.

„Also ich würde eines kaufen.“ Überrascht drehten sich alle zu Eugene um, der immer noch an seinem und Marthas Tisch saß. Es kam äußerst selten vor, dass sich dieser einmischte. Die meiste Zeit über fiel er nicht einmal auf, besonders wenn er sich, wie jetzt, hinter der Tageszeitung verschanzte.

„Wenn Eugene eins bekommt, will ich auch eins.“ Larry zwinkerte Cole zu. „Ich muss meinen Enkel schließlich unterstützen. Besorg mir eins in ‚Large‘, ich muss meine Plauze verstecken.“

„Wird gemacht! Am besten bestell ich gleich mehrere. So wie ich die Damen kenne, wird die Neuigkeit schneller die Runde machen, als mir lieb ist.“ Cole schenkte den Golden Girls und der Bürgermeisterin ein strahlendes Lächeln, das – wenn es zum Einsatz kam – nie seine Wirkung verfehlte.

Martha mimte für einen kurzen Moment die Gekränkte, dann lächelte sie. „Deine freche Antwort sei dir verziehen, Cole. Euch Cassidy-Brüdern kann man nie lange böse sein. Wenn ich mich da an eure Flausen von früher erinnere!“

„Na, sie haben ja vom Besten gelernt“, brüstete sich Larry und sprang leichtfüßig vom Barhocker. „Eugene, wie sieht’s aus, kommst du mit zum Pavillon?“ Ohne dessen Antwort abzuwarten, schnappte er sich seinen Schachkasten, nickte den Damen zu und lief in Richtung Tür.

„Ja, nimm mich mit. Kannst mich doch nicht zurücklassen“, scherzte der leicht untersetzte Mann übermütig.

Martha schnappte mit gespielter Empörung nach Luft, was ihr Doppelkinn zum Beben brachte. „Pah, und das, nachdem ich dir meinen zweiten Pancake überlassen habe.“

„Du warst doch ohnehin satt, mein Liebling“, erwiderte Eugene fröhlich.

Einen Augenblick später verließen die beiden Männer den Diner und liefen in Richtung Park, wo sich der inoffizielle Treffpunkt der Schachfreunde befand.

Cole kam hinterm Tresen hervor und drehte das Türschild auf „Geschlossen“, anschließend räumte er die letzten Tische ab.

„Für mich wird es Zeit, Ladys. Ich muss zurück zur Bäckerei. Außerdem halten wir Cole nur auf!“, stellte Francis nach einem Blick auf die Uhr fest.

Cole schenkte ihr ein dankbares Lächeln – offenbar war ihm der Wink mit dem Zaunpfahl gelungen. Seine Vormittagsschicht war beendet und er hatte keine Lust, seine Pause mit Klatsch und Tratsch zu verbringen.

„Tschühüs!“, flötete Martha, als sie endlich hinausschwebte. „Und vergesst morgen Nachmittag ja nicht die nächste Stadtversammlung!“

„Wie könnten wir die vergessen, Martha? Little Falls wird schließlich nur einmal 250 Jahre“, antwortete Francis mit einem Strahlen im Gesicht und hakte sich bei ihren Freundinnen unter. „Ich kann es kaum glauben. Sind wir tatsächlich schon so alt?“

„Auf Wiedersehen, die Damen!“, rief Cole den Freundinnen hinterher, die zu sehr in ihre Erinnerungen vertieft waren, um sich zu verabschieden.

„Tschüß, Cole, bis dann“, kam es im Chor zurück, während sich die hellblaue Holztür hinter ihnen schloss.

Cole atmete tief durch und warf einen Blick in die Küche. So wie es aussah, hatte sich sein Mitarbeiter unbemerkt durch den Hinterausgang in die Pause verabschiedet – welch ein Glückspilz. Schmunzelnd schaltete Cole im gesamten Diner das Licht aus, schloss die Vordertür ab und stieg die knarzende Holztreppe in den ersten Stock hinauf, wo sich seine Wohnung befand. Diese wirkte auf den ersten Blick chaotisch, da die Einrichtung keinem einheitlichen Stil folgte. Es war ein Mix aus alt und neu, Erbstücken, einem abgewetzten Ledersofa und einem Bücherregal, das aus allen Nähten platzte.

Nach dieser Unterhaltung dröhnte ihm der Kopf. Geschafft ließ er sich auf die Couch fallen und schloss die Augen, als ihm das Gespräch mit seinem Großvater durch den Kopf ging. Cole hatte nichts gegen Veränderungen, aber manche Dinge waren eben perfekt, so wie sie waren – und dazu gehörte die Speisekarte seines Diners. Ehrliches Essen ohne den ganzen Schnickschnack. Er wollte niemanden beeindrucken, sondern hungrige Mägen füllen.

„Foodporn“ war ihm natürlich ein Begriff, dennoch war ihm das Wort zuwider. Sofort musste er an das Bild eines perfekt in Szene gesetzten Gerichts denken, professionell ausgeleuchtet, um es in den sozialen Medien zu teilen. Pah, ohne ihn. Außerdem hatte er so einen Quatsch nicht nötig. Cole’s Diner war eine Institution, ein Ort der Zusammenkunft mit großzügigen Portionen. Hier störte es niemanden, wenn der Eigentümer von Zeit zu Zeit etwas mürrisch war oder schlecht gelaunt.

Cole setzte sich auf, da er sich heute nicht entspannen konnte, und lief zum Fenster. Sein Mund verzog sich zu einem breiten Lächeln. Von hier oben aus hatte man einen grandiosen Blick auf den Park. Die Bäume trugen ein buntes Blätterdach, sodass man den weißen Pavillon im Zentrum des Parks nur erahnte. Auch wenn er sie heute nicht zwischen den Blättern erkennen konnte, sah er die älteren Herren bildlich vor sich. Die Schachkästen zeremoniell auf den Holztischen aufgeklappt, schweigend in ihre Partie vertieft. Er liebte diese kleine Stadt mehr als alles andere und konnte sich keinen schöneren Ort zum Leben vorstellen. Genau aus diesem Grund hatte er sich vor Jahren für Little Falls entschieden und sich mit der Übernahme des Diners einen Traum erfüllt. Wie praktisch, dass seine Brüder andere Pläne gehabt hatten. Clayton arbeitete mittlerweile im elterlichen Baubetrieb und Chase war vor Kurzem zum Deputy Sheriff ernannt worden.

Kurz fragte er sich, ob seine jüngeren Brüder wussten, auf was sie sich da eingelassen hatten. Das idyllische Kleinstadtleben ging schließlich oft zu Lasten der Privatsphäre und – schlimmer noch – Frauen in ihrem Alter waren Mangelware. Entweder waren bereits alle unter der Haube oder abgehauen.

Unbewusst presste Cole die Kiefer zusammen, ehe sein Blick automatisch zur Bäckerei wanderte, was seine Laune vollends auf einen Tiefpunkt sinken ließ.

2

Jenna

Gut gelaunt packte Jenna ein weiteres Kleid in den kleinen Koffer, in dem sich bereits zwei Bikinis, Flipflops, eine leichte Strickjacke und zwei Chinoshorts befanden. Sie konnte gar nicht beschreiben, wie sehr sie sich auf das kommende Wochenende und die gemeinsame Zeit mit Eric freute. Ihr Freund gönnte sich nur selten ein paar freie Tage. Als Juniorpartner einer Anwaltskanzlei hatte er alle Hände voll zu tun und musste sich zudem noch beweisen. Ein Lächeln schlich sich auf Jennas Lippen, als sie an ihre erste schicksalhafte Begegnung dachte.

Wie jeden Morgen hatte sie sich im Erdgeschoss des Bürokomplexes, in dem sie als Anwaltsgehilfin arbeitete, ihr Frühstück besorgt. Doch an jenem schönen Sommertag fielen ihr weder die üblichen Verdächtigen noch die schlecht gelaunten Kollegen der Kanzlei auf. Ihre ganze Aufmerksamkeit hatte einem hilflos dreinblickenden Mann gegolten, der kurz vor einer Panikattacke stand. Ihr armer Eric hatte sich ausgerechnet an seinem ersten Arbeitstag einen doppelten Espresso über das gestärkte Businesshemd gekippt und sah einfach zum Schießen, aber auch supersüß aus – natürlich war sie ihm gleich zu Hilfe geeilt.

Bei dem Gedanken daran musste Jenna immer noch schmunzeln. Eric wirkte mit seinen sonnengebleichten Haaren und dem gebräunten Gesicht überhaupt nicht wie ein Jurist, sondern vielmehr wie jemand, der sich lieber am Strand herumtrieb, statt sich mit langweiligen Akten zu beschäftigen. Diese Mischung aus cool und lässig, gepaart mit seinem geschäftsmäßigen Auftreten, hatte sie sofort umgehauen.

Umso größer war die Überraschung gewesen, nachdem ihr Boss ihn kurze Zeit später als den neuen Anwalt vorgestellt hatte. Obwohl Jenna sich einmal geschworen hatte, nie mit einem männlichen Kollegen auszugehen, war sie seinem Charme kurze Zeit später erlegen und hatte seine Einladung zum Essen angenommen, mit der er sich für ihre Hilfe hatte revanchieren wollen. Wie gut, dass sie immer ihren Fleckenstift „to go“ dabeihatte.

Zuletzt verstaute Jenna noch ihre Kosmetiktasche im Koffer und zog anschließend den Reißverschluss zu. Mit einem verträumten Seufzer ließ sie sich aufs Bett fallen, schnappte sich ihr Handy und bewunderte erneut das wunderschöne Strandhaus, in dem sie das Wochenende verbringen würden und das Erics Eltern gehörte. Soweit sie wusste, nutzten die Ashcrofts das Anwesen auf Cape Cod nur sporadisch, sodass es die meiste Zeit über leer stand – welch Verschwendung. Jenna konnte sich nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es war, in solch einem Luxus zu leben, geschweige denn, mit ehemaligen Präsidenten zu dinieren.

Wenn sie dagegen an ihr Elternhaus in Little Falls dachte, in dem sich zudem die Bäckerei ihrer Grandma Francis befand, wurden die Unterschiede nur allzu deutlich. Sofort hatte sie den vertrauten Duft von Gebäck in der Nase, der sie seit ihrer frühesten Kindheit begleitete. Sie kannte es gar nicht anders, als schon morgens von frischen Zimtschnecken geweckt zu werden, deren Aroma bis hoch ins oberste Stockwerk stieg. Wehmut überkam sie, sobald sie an ihre Familie dachte, der sie so abrupt den Rücken gekehrt hatte.

Auch wenn sie es nie öffentlich zugeben würde, vermisste Jenna ihr altes Leben ab und an. Aber wie sagte man so schön: „Du kannst nicht zwei Hasen gleichzeitig jagen.“ Und mit dem Umzug nach Boston vor drei Jahren und der Stelle als Anwaltsgehilfin hatte sie sich schließlich ihren Traum erfüllt.

Das Klingeln an der Tür riss sie aus ihren Gedanken … Eric war endlich da und das Abenteuer konnte beginnen.

***

Gegen Mittag erreichten sie schließlich die malerische Halbinsel, die nur eine Autostunde von Boston entfernt lag und zum Staate Massachusetts gehörte. Jenna konnte sich geradezu bildlich vorstellen, wie es hier zur Hauptsaison aussehen mochte. Wohlhabende Familien, die in Scharen zu ihren Feriendomizilen ausströmten, Gartenpartys auf gepflegten Anwesen feierten und ihren Freunden voller Stolz das neue Segelboot präsentierten. Natürlich wurde dieses direkt mit einem Ausflug nach Nantucket oder Martha’s Vineyard eingeweiht.

Mittlerweile war der größte Ansturm jedoch vorbei und Jenna bedauerte für einen Moment, dass sie es nicht früher hierhergeschafft hatten. Wie gerne hätte sie sich selbst ins Getümmel gestürzt und sich outfit-technisch inspirieren lassen, insbesondere vom klassischen Preppy-Stil mit seinen Blautönen und maritimen Streifen, der hier gang und gäbe war. Vielleicht hatte sie wenigstens die Gelegenheit, sich in einer der exklusiven Boutiquen nach einem schönen Kleid im Polo-Stil umzuschauen.

Sie verzog kurz den Mund und sah nachdenklich aus dem Fenster. Zwischenzeitlich war es Ende September und in den Ortschaften dementsprechend leer. Der Herbst hatte die Ostküste zwar noch nicht gänzlich erreicht, dennoch kühlte es in den Abendstunden schon ziemlich ab. Doch dieses Wochenende war das Glück auf ihrer Seite, die Sonne strahlte mit voller Kraft vom Himmel und auch die Temperaturanzeige im Cockpit zeigte wohlige 25 Grad an.

„Noch eine Viertelmeile, dann haben wir unser Ziel erreicht“, bemerkte Eric mit einem entspannten Lächeln, während er die Klimaanlage ausschaltete und die Fensterscheibe herunterließ. Warme, salzige Luft drang sofort ins Wageninnere und ließ Jennas Herz vor Aufregung klopfen.

„Es ist noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Die malerischen Fischerorte, die langen Sandstrände mit ihren Leuchttürmen und die charmanten Läden an jeder Ecke.“

Erneut warf Jenna einen Blick auf das glitzernde Wasser des Atlantiks, das immer wieder zwischen den Häusern und Bäumen hindurchblitzte. „Ich kann es kaum erwarten, ins Meer zu springen!“

Eric zwinkerte ihr gutgelaunt zu und bog kurz darauf scharf rechts auf einen Schotterweg ab. „Kannst du gleich machen, wir sind nämlich gerade angekommen.“

Mit großen Augen bewunderte Jenna das zweigeschossige Haus im New-England-Stil, das nur wenige Meter vor ihr aufragte. Es war noch schöner als auf dem Foto, das Eric ihr geschickt hatte. Die Holzfassade, die durch Wind und Wetter bereits leicht ergraut war, schimmerte silbern in der Sonne und harmonierte perfekt mit der umlaufenden weißen Veranda, die zur Strandseite hin breiter wurde.

Eric parkte seinen SUV mitten in der Einfahrt und sprang glücklich aus dem Wagen. „Wie ich das vermisst habe! Kaum zu glauben, dass ich es ein ganzes Jahr lang nicht mehr hierhergeschafft habe!“

Jenna, die ebenfalls ausgestiegen war, schenkte Eric ein liebevolles Lächeln, denn sie wusste nur zu gut, wie hart er in den letzten Monaten gearbeitet hatte. „Wirklich ein Traum und diese unglaubliche Ruhe – ich hoffe, du kannst dich etwas entspannen.“

„Mit dir an meiner Seite, mein Schatz, wird mir das bestimmt gelingen“, antwortete Eric und kam auf Jenna zu.

Seine Worte ließen ihr Herz vor Freude hüpfen. Sie konnte sich nicht erinnern, dass er jemals etwas in der Art zu ihr gesagt hätte. Umso mehr hoffte sie, dass sie hier, fernab von Boston und der Kanzlei, etwas Erholung fanden.

„Lass uns reingehen, bevor wir noch in der Sonne schmelzen“, fuhr Eric lächelnd fort. „Geh schon mal vor, während ich das Gepäck auslade.“

Jenna ließ sich nicht zweimal bitten, nahm den Schlüssel mit dem verspielten Walanhänger und schloss die Haustüre auf. Sofort schlug ihr klimatisierte Luft entgegen und beim Anblick der geschmackvollen Einrichtung blieb ihr beinahe die Spucke weg. Die weiß gebeizten Holzmöbel harmonierten perfekt mit der beigefarbenen Couch und den blau-weiß gestreiften Sesseln, die zwanglos im riesigen Wohnzimmer verteilt waren. Aber es war die Deko, die diesem Haus den letzten Schliff gab. Hier und da entdeckte Jenna maritime Elemente wie Muscheln, Treibholz oder sogar ein riesiges Segelboot in einer Flasche. Auf den Beistelltischen fanden sich Kerzen und wunderschöne Tischlampen mit Rattanschirmchen. Doch nirgends konnte Jenna einen persönlichen Gegenstand oder gar ein Familienfoto entdecken. Es wirkte beinahe zu perfekt und steril, wie aus einem Immobilienkatalog und von einem Dekorateur durchgeplant. Nichtsdestotrotz fühlte sie sich sofort wohl.

„Na, was sagst du?“ Übermütig packte Eric Jenna von hinten und drückte sich an sie.

„Ehrlich gesagt bin ich noch nicht weit mit meiner Haustour gekommen“, erwiderte sie, überrascht von Erics ungewohnter Gelöstheit. Sie konnte seine Hitze und Lebensfreude förmlich spüren. Ob es an diesem Haus oder einfach nur an der längst überfälligen Auszeit lag?

„Dann solltest du dir als Nächstes die Küche und das Schlafzimmer ansehen. Die Küche werden wir dieses Wochenende zwar nicht brauchen – ich hab für heute Abend einen Tisch im ‚Seastar‘ reserviert –, aber das Schlafzimmer“, raunte er ihr ins Ohr.

Jenna drehte sich mit einem Schmunzeln zu ihrem Freund um. „Eins nach dem anderen, mein Lieber, wir sind gerade erst angekommen und haben noch das ganze Wochenende vor uns.“

„Du hast ja recht, tut mir leid, Liebling. Aber eine Abkühlung wäre nicht schlecht. Was hältst du davon?“, fragte Eric und deutete mit dem Kopf zum Wasser.

„Prima Idee! Ich zieh mich schnell um, danach können wir los.“

„Warte, ich komme mit“, erwiderte er schnell und schnappte sich das Gepäck, das er zuvor am Boden abgestellt hatte. „Ich kann’s kaum erwarten, dich endlich im Bikini zu sehen.“

Jenna verzog skeptisch den Mund. Ja, heute war tatsächlich das erste Mal, dass sie sich ihm in Badebekleidung präsentierte. Was er wohl zu ihrem gestreiften Zweiteiler sagen würde? Plötzlich schlug ihr das Herz bis zum Hals; auch wenn es ziemlich albern war, schließlich hatte er sie schon öfters nackt gesehen.

Gemeinsam stiegen sie die Stufen zum Schlafzimmer hinauf, wo Jenna kurz darauf mit ihrem Bikini im angrenzenden Badezimmer verschwand. Sie war sehr neugierig, auf welche Art von Badehosen Eric wohl stand. Hoffentlich nichts Altbackenes. Wenn sie an den wild gemusterten Badeslip ihres Vaters dachte, mit dem er sich bereits seit den Achtzigern am Badesee von Little Falls präsentierte …

Überrascht riss sie die Augen auf, als Eric einen Moment später in mintgrünen Shorts vor ihr stand.

„Sehr schick“, bemerkte sie mit einem amüsierten Zwinkern, während sie ihren Blick über seinen gut definierten Körper wandern ließ, der sonst nur in maßgeschneiderten Anzügen steckte. Das blasse Grün war zwar nicht ihr Ding, dafür machten sein knackiger Hintern und der flache Bauch die Farbe wieder wett.

„Wow, du siehst heiß aus“, erwiderte Eric mit glänzenden Augen. „Warum sind wir nicht schon früher schwimmen gegangen?“

„Hm, vielleicht, weil du an den Wochenenden immer zu beschäftigt warst?“, erwiderte Jenna mit hochgezogener Augenbraue.

Eric nickte schuldbewusst und setzte seinen Dackelblick auf, den er auch gerne bei ungeplanten Überstunden anwandte. „Ja, ich weiß, mein Liebling. Deshalb werde ich jetzt alles wiedergutmachen, was ich versäumt habe, versprochen.“ Er zog sie an sich und drückte ihr einen fordernden Kuss auf den Mund, gleichzeitig glitt seine Hand nach unten in ihr Bikinikörbchen.

„Wollten wir nicht an den Strand?“, fragte Jenna atemlos. Auch wenn sie von Erics Leidenschaft förmlich überrollt wurde, ärgerte es sie doch, dass er schon wieder an das Eine dachte.

„Ja, du hast recht. Du machst mich gerade einfach zu scharf“, antwortete er mit heiserer Stimme, zog sich aber zurück und griff nach ihrer Hand. „Lass uns los, bevor ich dich noch hier auf der Stelle nehme.“

Wer war dieser Mann und was hatte er mit Eric gemacht? Sie konnte sich nicht erinnern, dass ihr Freund jemals so direkt gewesen war. Sie kannte ihn eigentlich als sehr beherrschten, beinahe nüchternen Mann. Ehrlich gesagt wusste sie in diesem Moment nicht so wirklich, was sie von alldem halten sollte.

Jenna schnappte sich ihr Badetuch, dann machten sich die beiden auf den Weg ins Erdgeschoss, wo sie über die Veranda das Haus verließen. Die Sonnenstrahlen und die leichte Brise, die ihr übers Gesicht strichen, brachten sie direkt auf andere Gedanken. Tief atmete sie die frische Meeresluft ein, während sie über einen schmalen Holzsteg auf den Privatstrand zusteuerten. Dieser war perfekt gepflegt und von beiden Seiten vor neugierigen Blicken durch hohe Gräser geschützt.

Als sie den Steg verließen und der Sand unter ihren Flipflops leicht knirschte, weckte dies sogleich ihre kindliche Freude auf einen ausgelassenen Nachmittag. Sie konnte nicht behaupten, jemals ein schöneres Fleckchen Erde gesehen zu haben. Mit einem tiefen Seufzer ließ sie sich auf der Liege nieder und sah gedankenverloren auf den Ozean hinaus, der geheimnisvoll in der Mittagssonne glitzerte.

„Und, hab ich zu viel versprochen?“, fragte Eric in die Stille hinein und nahm ebenfalls Platz.

„Es ist wunderschön hier“, erwiderte Jenna ehrlich. „Ich kann nicht glauben, dass deine Eltern so selten herkommen.“

„Na ja, im Sommer schon, wenn es Partys gibt“, bemerkte Eric zwinkernd, „aber ansonsten würde sich meine Mom hier nur schrecklich langweilen.“

Jenna verzog das Gesicht zu einem Lächeln und verkniff sich einen abfälligen Kommentar. Sie wusste, dass Eric sehr empfindlich war, was seine Mutter anging. Er hatte sie auf ein imaginäres Podest gestellt, auf dem sie sich pudelwohl fühlte.

„Hm, ich würde wohl den ganzen Tag lesen und am Strand spazieren gehen“, erwiderte Jenna deswegen im Plauderton.

Eric schenkte ihr ein knappes Lächeln und tätschelte ihren Arm. „Ist halt nicht jeder so ein Bücherwurm wie du.“ Mit diesen Worten streckte er sich auf der Liege aus und starrte aufs Meer.

Jenna lehnte sich ebenfalls zurück und versuchte, Erics Kommentar nicht persönlich zu nehmen. Sie schloss für einen Moment die Augen und hörte nur das Rauschen der Wellen und die Möwen, die über ihnen kreisten.

Sie war kurz davor wegzudösen, als sie plötzlich aus ihrer Ruhe aufschreckte. Ärgerlich sah sie sich nach den Störenfrieden um, die mit ihrem dröhnenden Auto und der laut aufgedrehten Anlage einen Heidenlärm veranstalteten. Es handelte sich um zwei Männer in Erics Alter, die mit ihren bunten Poloshirts und den Segelschuhen wie aus dem Ei gepellt waren und sich mit ihrem Gehabe wie pubertierende Teenager aufführten.

„Eric, du Penner, warum gehst du nicht ans Telefon?“, rief einer der beiden noch vom Parkplatz, während er aus einem roten Porsche-Cabrio stieg.

Jenna musterte den blonden Mann, der mit unvorteilhaften Schafslöckchen gesegnet war und extrem arrogant wirkte. Er entsprach eins zu eins dem Klischee des „reichen Sohnes“, das schon mit einem goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen war und um das sich die ganze Welt drehte.

„Andrew, mein Kumpel, wie geht’s dir?“ Eric sprang eilig von der Strandliege auf und begrüßte die Männer mit einer Art „Insidergruß“, der aus einer Ghettofaust, tanzenden Fingern und einem angedeuteten Highfive bestand.

Jenna, die das Schauspiel bis jetzt nur stumm verfolgt hatte, zog sich schnell ihr Strandkleid über und ging ebenfalls zu den Neuankömmlingen, um Hallo zu sagen.

„Jenna, mein Schatz. Das sind Andrew und Steve, meine Verbindungsbrüder von der Columbia“, stellte Eric die beiden vor.

„Hallo, schön, euch kennenzulernen“, hieß Jenna die Männer mit einem Lächeln willkommen.

„Du hast uns gar nicht gesagt, dass deine Süße so heiß aussieht“, bemerkte Andrew mit einem anzüglichen Grinsen, während er seinen Blick über ihr knappes Strandkleid wandern ließ.

Jenna, der die Situation zunehmend unangenehmer wurde, sah etwas hilflos zu Eric. Der legte nur besitzergreifend seinen Arm um sie und erwiderte mit einem Augenzwinkern: „Hey, du sprichst hier mit meinem Mädchen, also Finger weg. Such dir gefälligst was Eigenes.“

Automatisch versteifte sich Jenna in Erics Arm. Sie konnte nicht glauben, wie ungehobelt er sich benahm. Entweder war ihm die Mittagssonne in der kurzen Zeit bereits zu Kopf gestiegen oder er vergaß beim Anblick seiner alten Collegefreunde jeglichen Anstand.

„Wir konnten es einfach nicht mehr bis heute Abend zum Essen abwarten“, meldete sich nun auch Steve zu Wort.

Jenna schwante Böses. Hatte sie gerade richtig gehört? Allein der Gedanke daran, das Wochenende mit diesen aufgeblasenen Schnöseln zu verbringen, war ihr zutiefst zuwider. Sie konnte sich nicht erklären, was es war, aber auf einmal fühlte sie sich äußerst unwohl.

„Eric, ich geh mal rein. Ihr habt sicher viel nachzuholen.“

„Ja klar, geh nur“, antwortete dieser, ohne aufzuschauen. Offensichtlich war ihm die fette Rolex am Arm seines Freundes, die er gerade entdeckt hatte, wichtiger.

Enttäuscht lief Jenna den Holzsteg zurück zum Haus und kämpfte mit den Tränen. So hatte sie sich ihr erstes gemeinsames Wochenende am Strand ganz sicher nicht vorgestellt. Sie fühlte sich verraten, weil er sie nicht in seine Pläne eingeweiht hatte. Von wegen romantische Zweisamkeit.

Sie warf einen letzten Blick über die Schulter und schloss dann die Verandatür. Da sie im Moment ganz klar abgemeldet war, konnte sie sich genauso gut frisch machen und ein wenig lesen. Doch noch während des Duschens nahm sie das laute Gejohle und Knallen von Korken durch das gekippte Badezimmerfenster wahr. Na toll, die drei feierten wohl eine Wiedersehensparty auf der Veranda. Stühle wurden auf dem Holzdeck hin und her geschoben und die Stereoanlage aufgedreht.

Missmutig trocknete sie sich ab und schlüpfte in ein frisches Kleid. Anschließend machte sie es sich mit ihrem neuen Buch in dem gemütlichen Korbsessel, der vor der geöffneten Balkontür stand, bequem. Aber die Ruhe währte nicht lange, denn die Gesprächsfetzen und vor allem die Erwähnung ihres Namens ließen sie aufhorchen.

„Eins muss man dir lassen Eric, du bekommst immer noch die geilsten Weiber ab – genauso wie früher.“

„Übertreib mal nicht, Andrew. Jenna ist höchstens Durchschnitt, aber sie hat Köpfchen und lässt mich die meiste Zeit in Ruhe.“

Für einen Sekundenbruchteil hoffte Jenna, sie hätte sich nur verhört, bei dieser Entfernung konnte es ja durchaus möglich sein, doch dann traf sie die Bedeutung seiner Worte mit voller Wucht. Ihr wurde mit einem Mal speiübel, gleichzeitig verfiel ihr Körper in ein unkontrollierbares Zittern. Erics Worte trafen sie bis ins Mark und ließen ihren Atem für einen Moment stocken – wie konnte er sie so verletzen? Tränen schossen ihr in die Augen, welchen sie unkontrollierbar ihren Lauf ließ.

„Was macht sie denn so? Sag bloß, sie ist auch Anwältin“, hakte Steven nach.

„Nein, sie ist Anwaltsgehilfin, was so viel heißt wie ‚Mädchen für alles’.“

Bei Erics Antwort klappte ihr der Mund auf. Wie bitte? Sie spürte, wie Wut in ihr aufstieg und die Verletzung beiseiteschob.

„Erzähl mir nicht, dass du sie schon mal auf dem Kopierer genommen hast!“ Andrews dreckiges Lachen wurde schnell von Eric unterbrochen.

„Psst, etwas leiser. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ehrlich gesagt habe ich da schon meine Fantasien.“

„Und wir dachten, du bist mittlerweile ganz der brave Anwalt mit Stock im Arsch.“

„Na ja, in der Kanzlei muss ich natürlich eine gewisse Rolle spielen“, bemerkte Eric mit unverkennbarem Stolz in der Stimme. „Ich bin schließlich keine zwanzig mehr. Aber wie sagt man so schön – einmal Alpha, immer Alpha.“

Tränenüberströmt legte Jenna ihr Buch, das sie fest umklammert hatte, auf dem Beistelltischchen ab und schloss leise die Balkontür. Sie hatte genug gehört. Wie hatte sie sich nur so in Eric täuschen können?

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